Eine spanische Kollegin wollte in Word eine neue Seite beginnen, also "einen Seitenumbruch generieren", doch wo versteckte sich die Funktion für einen solchen "salto de página"? Fragte sie also einfach mal einen deutschen Kollegen: "Perdón, weißt Du, wie man einen Seitensprung macht?"
(erzählt von Alejandro)

Vor einiger Zeit erzählte mir ein Kollege aus England mit Muttersprache Englisch von einem großen Faux-Pas. Er sollte die Texte, die in manchen Restaurants mehrsprachig auf Servietten gedruckt stehen, vom Deutschen ins Englische übersetzen. Neben Sätzen wie "Guten Appetit", "Prost", etc. war auch der Ausdruck "Zahlen bitte" zu übersetzen. Nur leider nahm er es zu wörtlich und schrieb "Numbers please". PS: Er bemerkte seinen Fehler noch bevor der Kunde die Übersetzung zu Gesicht bekam.
(eingeschickt von Kerstin Herrmann aus München)

Allerdings, auch die Besten haben mal klein angefangen, da stecken wir alle im selben Boot. So berichtet eine Kollegin:

"Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sich die Vorfälle vor meinem Sprachstudium ereigneten: Unterwegs mit zwei Damen und auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht, wurde ich, obwohl ich als einzige der Gruppe kein Wort Spanisch sprach, gezwungen, auch mal was für die Allgemeinheit zu tun und die Hotels "abzuklappern". Im ersten Hotel reagierte der Mensch bereits wenig zufriedenstellend, als ich ihn, immer energischer werdend, fragte: "Hay estación para tres personas?" Dass ich einen Busbahnhof und kein Zimmer (habitación) für drei Leute versuchte zu bestellen, darauf war ich natürlich nicht gekommen. Auf derselben Reise betrat ich eine Parfümerie und wollte Seife kaufen. Auch hier kam mir ein Fehler meinerseits überhaupt nicht in den Sinn, schließlich hatte ich ja das dusselige Wörterbuch häufig genug befragt. Jedenfalls gab mir die Verkäuferin nicht den von mir verlangten "jamón" (Schinken) und die Seife (jarbón), die ich eigentlich wollte, bekam ich auch nicht.
(erzählt von Petra Marie Schmidt)

Typisch, betrügen wollen, aber nicht bereit, mal ein paar Euro in einen Übersetzer zu investieren ... Klingt ja fast wie "Dahs ißt ein Bankübervall. Gelt her!"

"DRINGEND!
Es erscheint, dass Ihr Konto von einem nicht bevollmächtigten Dritten zugegriffen wurde.......
......Zusätzlich kann die Email-Adresse Ihretwegen herumhantiert worden sein ......
......Wenn Ihr Konto in jeder nicht bevollmächtigten Tätigkeit, wie Schlagseite habende Einzelheiten oder stellende Gebote verwendet wurde, ist diese Tätigkeit ohne Vorfall gestrichen. Irgendwelche eng verbundenen Gebühren wurden Ihrem Konto kreditiert. Wir versichern Sie, dass Ihre Kreditkarte-Information auf einem sicheren Server versorgt wird und von niemandem angesehen werden kann. Um Kontrolle Ihres Kontos wiederzugewinnen, klicken Sie bitte auf das Verbindungsgebrüll."
(gefunden von Heidrun)

Selbst im Skiurlaub ist man nicht sicher... Weder von Lawinen und geschlossenen Pisten, noch von dem inneren Zwang, jeden Übersetzungsfehler dokumentieren zu müssen.
(Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Phototèque Wallis, Marseille)
©ROYER /WALLIS.FR

Immer wieder regt die Lektüre dieser Seite zur Diskussion an und fast jeder weiß schon aus eigener Erfahrung von einem Fettnäpfchen zu berichten, was diese Seite ungemein bereichert und stets meine Kurse zusätzlich aufzulockern vermag. Hier also zwei Berichte aus meinen Sprachkursen:

Bei einem Aufenthalt in Paris, so erzählt ein mittlerweile bereits fortgeschrittener Kursteilnehmer, hatte er ein interessantes Gespräch mit einer alten Frau, die ihm ausgiebig von ihrem bewegten Leben berichtete. Sie erzählte ihm auch, daß sie sogar ein Buch geschrieben hatte, das veröffentlicht wurde. Natürlich fühlte er sich mein Schüler damals auch genötigt, interessiert nachzufragen:
Er: - Ach ja, interessant, worüber denn?
Sie (stolz): - Sur la foi. (Über den Glauben.)
Er (versteht "le foie = die Leber"): - Aha, ein Kochbuch.
Sie (echauffiert): - Non, sur la foi.

Noch peinlicher und zudem wesentlich verwirrender war folgende Situation für den Teilnehmer eines anderen Kurses. Während seines Urlaubs in Chile wurde er von einem Einheimischen gefragt, wo er denn her komme. Aha, aus Deutschland, und schon wurde er in ein Gespräch über Deutschland im zweiten Weltkrieg verwickelt. Der Chilene wußte auch, daß die Nazis sogar Bohnen vernichteten. Dies geschah sogar planmäßig und in Massen. Jede Bohne, der man habhaft werden konnte, wurde eingesammelt und in Lager gebracht. Und dem Herrn war unverständlich, daß dieser deutsche Tourist das auch noch leugnete und noch nie etwas von diesen schrecklichen Vorkommnissen gehört hatte. Doch auch dieses Mißverständnis klärte sich zum Glück! auf. Nein, es ging in der Tat nicht um Bohnen (judías), sondern um Juden (judíos). - Nun ja, am nächsten Tag reiste mein Schüler wieder ab und wurde dort nie wieder gesehen. Doch stellen Sie sich vor, ein solcher Faux-Pas wäre auf politischem Parkett passiert....

Dieser umgangssprachliche elter- oder großelterliche Standardspruch, der den Kindern eine Belohnung in Aussicht stellt, wenn sie den Teller leer essen, ist seit vielen Generationen überliefert. Dabei handelt es sich, wenn man es sich genau auf der Zunge zergehen läßt, bei der Redensart um eine Mogelpackung. Sie stammt nämlich ursprünglich aus dem Plattdeutschen und lautete: "... dann geft et mon schoins wedder". In der Fehlübersetzung wurde aus "mon schoins wedder" (=morgen wieder was Schönes) das "schöne Wetter". Gemeint ist also eher eine neue, frisch zubereitete Speise. Das plattdeutsche Wort "wedder" zählt hier - weil leicht hochdeutsch falsch als "Wetter" zu übersetzen - zu den sogenannten "falschen Freunden" [...]
(aus: Rheinzeitung vom 9.1.2007)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen... Von englischen Flughäfen, spanischen Bahnhöfen und französischen Restaurants. Und das Schönste: Überall spricht man die gleiche Sprache. Mehr oder weniger.

Auch das gibt es: Ein sibirischer Tiger in einem kanadischen Zoo hat anscheinend Sprachprobleme. Der Tiger Boris reagiere nur, wenn mit ihm Französisch geredet werde, sagte eine Sprecherin des Edmonton-Valley-Zoos. Die Raubkatze habe die Befehle auf Französisch gelernt. Jetzt soll Boris zur Zweisprachigkeit erzogen werden, damit er auch die englischsprachigen Pfleger versteht.
(aus: Rheinzeitung vom 8.3.2007)

0   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   >>>